Vibe Coding in der Kostenfalle: Schnell gebaut, schwer fertig

Manchmal fühlt sich Vibe Coding an wie Magie: Idee beschreiben, mit KI iterieren, und in Rekordzeit steht ein nutzbarer Prototyp. Genau darin steckt aber eine Falle. Nach dem Pareto-Prinzip sind die ersten 80 Prozent schnell erreicht, aber die letzten 20 Prozent Richtung „wirklich fertig“ werden unverhältnismäßig teuer.

In dieser Fallstudie zeigen wir das an einem konkreten Projekt. Mit Lovable bauten wir eine kollaborative Webanwendung, die eine spezielle Moderationsmethode digital, intuitiv und teamtauglich machen sollte. Der Start war atemberaubend schnell, doch dann stiegen Aufwand und Kosten plötzlich stark an. Drei Dinge waren dafür entscheidend:

  • Lange folgten wir widerspruchslos den Vorschlägen von Lovable statt denen konsequenter Nutzerführung
  • Beim Übersetzen der analogen Moderationsmethode in Software gingen unbemerkt relevante Erfolgsfaktoren verloren
  • Schließlich stoppte uns die Realität von Datenschutzanforderungen, die für den Prototyp keine Rolle spielten, für ein Produkt aber unverhandelbar wären.

Teilnehmende nehmen Warnsignale, Entscheidungsfragen und Kriterien mit:
  • Woran erkenne ich früh, ob Vibe Coding der richtige Einstieg ist?
  • Wie überspringe ich die Pareto-Falle?
  • Warum hat Vibe Coding dennoch einen Platz in der Software-Entwicklung?

  • Generelles Interesse an Vibe Coding
  • Verständnis für die Wirkung von Moderationsprinzipien sind von Vorteil.
  • Vorerfahrung in Lovable ist nicht nötig.

  • 80 Prozent-Illusionen früh erkennen: ab wann "schnell gebaut" exponentiellen Aufwand nach sich zieht.
  • Leitlinien ableiten für den Einsatz einer Plattform-UX, Skalierung und organisationale Governance
  • Kritische Erfolgsbedingungen verstehen beim Digitalisieren konkreter Anwendungsfälle
Stefan Holtel
Stefan Holtel
arbeitet als Kurator für digitalen Wandel bei PricewaterhouseCoopers. Dort entwickelt, erprobt und skaliert er innovative Trainings- und Coaching-Konzepte, um Prompting als Querschnittskompetenz im Unternehmen und bei Mandanten nachhaltig zu verankern. Im Zentrum seiner Arbeit steht der Paradigmenwechsel in der Mensch-Maschine-Interaktion: nicht Automatisierung durch den „magischen Prompt“, sondern Augmentation durch dialogisches Arbeiten mit Chatbots. Sein jüngstes Buch „Droht das Ende der Experten? ChatGPT und die Zukunft der Wissensarbeit“ erschien im Vahlen Verlag
Samir El Faramawy Samir El Faramawy gestaltet bei PricewaterhouseCoopers den praktischen Einsatz von Technologien entlang der Schnittstellen von Daten, künstlicher Intelligenz und nutzerzentrierter Forschung. Sein Fokus liegt darauf, aus technologischen Möglichkeiten tragfähige, alltagsnahe Lösungen für Fachbereiche zu entwickeln und deren Nutzung gemeinsam mit den Anwendern zu verankern. Die Frage, wie Menschen mit (quasi-)autonomen Systemen und anderen intelligenten Technologien interagieren, begleitet ihn seit vielen Jahren – von frühen Arbeiten zur Mensch-Roboter-Interaktion bis hin zu aktuellen KI-Anwendungen in der Wissensarbeit.

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